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Catedral Sta María Bethencourt


Im denkmalgeschützten Ortskern der ehemaligen Inselhauptstadt Betancuria steht die Catedral Sta María Bethencourt.

Der Ort trägt den Namen des Eroberers Jean de Béthencourt, einem französischen Adligen und Ritter, der 1404 mit seiner Mannschaft hier einfiel und Betancuria gründete. Er hatte 200 Handwerker und Bauern aus der Normandie mitgebracht, die er nach der Vertreibung der Ureinwohner in der wasserreichen Gegend ansiedelte.

 

Dies ist der Grund dafür, dass die Kirche des Orts im Jahre 1410 im normannisch-gotischen Stil erbaut wurde. Nur 16 Jahre später wurde sie zur Kathedrale geweiht und von Papst Martin V zum Bischofssitz ernannt, obwohl dort nie ein Bischof zu Hause war. Bis 1430 besaß die kleine gotische Kirche den Rang einer Kathedrale.

 



Jean de Béthencourt hatte den Ort Betancuria bewusst fernab der Küste in den Bergen gegründet, um die Gebäude und die Bevölkerung besser vor Angriffen schützen zu können. Dennoch fielen immer wieder Piraten in die Stadt ein, raubten und plünderten. Im Jahr 1593 besetzten nordafrikanische Piraten unter Führung des berüchtigten und gefürchteten Xaban Arraez für mehrere Monate die Insel, zerstörten Betancuria und die Kirche.

Dank des beharrlichen Einsatzes der Bevölkerung wurde die Catedral Sta María Bethencourt im 17. Jahrhundert wieder aufgebaut. Heute sind noch Reste des ersten Glockenturms und ein Teil der alten Säulen erhalten. Die damals entstandene dreischiffige Form ist erhalten geblieben.

Die Catedral Sta María Bethencourt hat enorm dicke Mauern und weit oben sitzenden Fenster. Beides deutet darauf hin, dass die Bevölkerung damals regelmäßig im Gotteshaus Schutz vor den Piraten und anderen Angreifern gesucht hat. Das Innere der Kathedrale besitzt durch die sehr hohen Arkaden zwischen Mittelschiff und Seitenschiffen beinahe Hallencharakter.

 

Die reich geschnitzte Mudéjardecke von 1645 ist ebenso sehenswert wie die fein gearbeitete Täfelung, die vor allem in der Sakristei zu finden ist. Auch das bemalte, hölzerne Chorgestühl, das hinter drei Rundbögen auf zierlichen Säulen steht, und die Taufkapelle sind von besonderer Pracht.

 

Im Inneren der Kirche kann der Besucher zudem einen barocken, holzgeschnitzten Hochaltar mit farbenfrohen Ornamenten und prachtvollem Blattgold aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts betrachten. Der Tabernakel aus dem 16. Jahrhundert ist ebenfalls einen Blick wert. Er gilt als ältester der ganzen Insel.

 

 


Besonders schön ist auch die Skulptur der Schutzpatronin von Betancuria, der die Kirche ebenso wie der Jungfrau Maria geweiht ist. In der Sakristei ist vor allem die Decke aus dem 17. Jahrhundert mit ihrer roten, grünen und goldenen Fassung zu erwähnen. Zahlreiche christliche Gemälde an den Wänden stammen aus dem beginnenden 18. Jahrhundert.

Das dreischiffige Gotteshaus mit seiner bewegten Vergangenheit ist bis heute eine der schönsten Kirchen Fuerteventuras.

Von 10 bis 18 Uhr kann man die Catedral Sta María Bethencourt und das Kirchenmuseum besichtigen.

 

 




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