Durch den Barranco de las Penitas zur Kapelle
Ermita de la Pena wandern
Fuerteventura ist nicht arm an Wanderwegen und Klettersteigen. Wer nicht schon beim Anflug von der Kargheit der Insel verschreckt wird, kann auf vielerlei Wanderungen die eigenartige und einmalige Schönheit dieses Fleckchens Erde entdecken und erleben.
Eine der schönsten Wanderrouten, wenn nicht die schönste, führt zur Kapelle
Ermita de la Pena. In gemäßigtem Tempo dauert sie zwei oder drei Stunden.
Man fährt am Besten die erste Teilstrecke mit dem Auto von Betancuria aus in Richtung Pajara. Schon diese Etappe vermittelt wunderschöne Ausblicke in die die Stadt Betancuria umgebende Berglandschaft. Starke Erosionen haben die Berge zu so genannten Elefantenrücken geformt. Der Vergleich ist sehr treffend, was die Form anbetrifft. Die Hügel sind rund wie die Rücken grasender Elefanten. Auf ihnen haben sich Flechten angesiedelt.
Diese niederen Pflanzen sind nicht nur sehr genügsam, sondern tauchen die Berge in die verschiedensten Farbnuancen und –Tönungen.
In der Nähe der Station „Vega de Río Palma" beginnt die eigentliche Wanderung. Ein meist trockenes Bachbett bildet den Wanderweg. Trotz der allgemeinen Trockenheit stocken an einigen Stellen Palmen mitten im Bachbett. Ihnen genügt der nächtliche Tau. Diesem Tau verdankt auch die Oase Vega de Rio de las Palmas zwischen Betancuria und Pajara ihre Existenz.
Dem Weg im Bachbett talwärts folgend erreicht der Wanderer in kurzer Zeit einen Tamariskenwald. Der stellt einen guten Orientierungspunkt dar. Hier zweigt vom Bachbett ein Pfad ab. Auf diesem Wege erreicht man relativ mühelos einen Stausee, der diesem Namen nicht mehr Rechnung trägt. Der „Embalse de las Peñitas“ ist beinahe total verlandet. Angelegt wurde der "Embalse de las Peñitas“ , um Niederschlagswasser zurückzuhalten und auf den mageren Feldern für Bewässerungen einzusetzen.
Die Staumauer hielt nicht nur die Niederschläge zurück. Die von den Bergen abgeschwemmten Sedimente lagerten sich nach und nach im See ab. Heute ist er fast trocken.
Diese Erscheinung kann der Tourist nutzen, um den „See“ zu überqueren. Ein anderer Weg führt über die Staumauer. Am ehemaligen Ablauf auf der Rückseite der Staumauer vereinen sich die Wege wieder.
Die nächste Station der Wanderung ist die Felsschlucht des Barranco de las Peñitas. Wild und zugleich romantisch präsentiert sich die Natur. Auf einem schmalen Steig erlebt der Wanderer hautnah den Reiz der sich zwischen den Felsen hindurch zwängenden Schlucht.
Äußerst interessant sind die Gesteinsformationen. Regenwasser hat diese tiefe Schlucht in prähistorischer Zeit heraus gewaschen. Wie gewaltig müssen die Wassermassen gewesen sein, die dieses Naturwunder vollbringen konnten. Übrig geblieben sind nur noch die steinernen Zeitzeugen und eine wasserarme Halb-Wüste.
Nun ist das Ziel der Wanderung fast erreicht. Schon ist die Kapelle Ermita de la Pena zu sehen. Von einem kleinen Felsplateau aus grüßt sie weiß herüber.
Unter den Füßen ist wieder felsiger Boden spürbar. Geröll macht lenkt die Aufmerksamkeit des Wanderers wieder auf den Weg. Ein wenig Trittsicherheit braucht man auf den letzten Metern zur Kapelle Ermita de la Pena.
Ein Ort der Ruhe und Besinnlichkeit ist erreicht. Der Blick schweift über die Hügel, sucht das Meer. Mit etwas Vorstellungskraft kann man sich an den Ursprung der Welt zurückversetzt fühlen.
Es war keine anstrengende Wanderung, aber sie hat dem aufnahmebereiten Touristen ein Stück liebenswerte Erde näher gebracht.
|