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"American Star“ - ein Wrack als Touristenattraktion
Es war einmal ein stolzes Schiff mit Namen „SS America“, das im Jahre 1939 als weltgrößter Luxus-Liner von etwa 220 Metern Länge und Platz für mehr als 1000 Passagiere seine Taufe hatte. Dann musste das wunderschöne Schiff zwangsweise zum Militär und war plötzlich Teil der US-Navy. Später wurde es in „USS Westpoint“ umbenannt, um als größter Truppentransporter der Vereinigten Staaten zwischen 1941 und 1946 dem Staate zu dienen.
Von 1946 bis etwa 1980 musste das Schiff weitere Schicksalsschläge in Kauf nehmen: Es hieß wieder zwanzig Jahre lang „SS America“, dann „SS Australis“, als sie dann die Namen „Italis“, „Noga“ und dann auch noch „Alferdoss“ hieß, war ihr unrühmliches Ende bereits besiegelt, und zwar als „American Star“ und als Wrack an der „Playa de Garcey“ auf Fuerteventura.
Es war im Januar 1994 als die „American Star“ von einem Schlepper gezogen, bei Windstärke 12, steuerlos an die Küste Fuerteventuras trieb. Das Abschleppseil war gerissen. Am 18. Januar 1994 strandete das Schiff an der „Playa de Garcey“.
Für Urlauber ist ein Ausflug zu dem vom Schicksal gezeichneten Wrack ein Erlebnis. Es führt nur eine Piste dorthin, und dann erscheint schemenhaft der Schornstein, dann das ganze Wrack – es hat schon etwas Seltsames, dieser Anblick, das heimliche Wahrzeichen von Fuerteventura.
Das Wrack zu finden ist nicht ganz einfach. Man kann über La Oliva, Tefia und Betancuria in den Süden fahren, bis man Pajara erreicht, jetzt muss man der Straße nach La Pared folgen. Nach rund drei Kilometern ist man an der Piste angelangt, die nach rechts abzweigt. Nicht verpassen!
Der Bug hat bis heute Wind und Wellen stand gehalten, aber wie lange noch? Der Bug des verrosteten Wracks ist immer noch faszinierend. Es zu betreten ist vermutlich verboten, aber es ist kein entsprechender Hinweis am Strand zu sehen. Man sollte es trotzdem nur aus der Ferne betrachten, obwohl es so nah erscheint.
Dies war in den Tagen nach der Strandung völlig anders. Da „stürmten“ Einheimische und Touristen das Schiff und nahmen alles mit, was nur irgendwie möglich war. Es dauerte nur wenige Tage, bis das Schiff völlig leer geräumt war. Einheimische erzählen heute noch davon, dass es um Gegenstände aus dem Schiff zu regelrechten Schlägereien gekommen sei.
Doch das Wrack hat auch Menschenleben gefordert. Unbedarfte Schwimmer oder Surfer haben die gefährlichen Strömungen an der „Playa de Garcey“ unterschätzt und schafften es nicht mehr an den Strand zurück. Schon deshalb sollte man das Wrack nur vom Strand aus betrachten.
Den besten Blick auf das Wrack hat man von einem Hügel am Strand. Hier liegen auch heute noch Überreste, die keiner mehr wollte. Von hier oben gut zu erkennen ist das langsame Verrotten der einstigen „American Star“. Man muss wissen, dass es zahlreiche Überlegungen gab, das Wrack zu sprengen. Man hat jedoch alle Pläne wieder verworfen, denn das eigentlich an Sehenswürdigkeiten arme Fuerteventura, hat mit dem Wrack eine große Attraktion, zu dem auch einheimische Reisebüros spezielle Touren unternehmen.
Nur in ganz seltenen Fällen ist es möglich, so nahe an einem echten Wrack zu stehen, das tatsächlich etwas Unheimliches ausstrahlt und der Fantasie keine Grenzen setzt.
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