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Playa de Corralejo
Fuerteventura galt lange Zeit als Insidertipp für Individualtouristen. Vor allem Wellenreiter und Windsurfer nahmen oftmals eine tagelange Anreise in Kauf, nur um an den langen und wunderschönen Stränden Fuerteventuras zu surfen.
Corralejo, einst ein kleines Fischerdorf im Nordosten, galt bis Ende der 80er als Sammelbecken für Aussteiger und Windsurfer. Hier oben an der Spitze Fuerteventuras, beginnt einer der aufregendsten und schönsten Strände.
Wer von Rosario, der Hauptstadt Fuerteventuras, kommend Richtung Norden fährt, ist vielleicht erst einmal enttäuscht über das landschaftliche Bild. Rechts Stein- und Lavastrände, links verfallene Steinhäuser und staubige Steinböden. Nach ca. fünf Minuten Autofahrt weist ein Hinweisschild auf Sandverwehungen hin. Und das dieser Hinweis ernst genommen werden muss, zeigt sich beim passieren der Straße. Plötzlich verschwindet links die Steinlandschaft und grelles Reflektionslicht zeigt eine imposante Landschaft aus Sand und Stein.
Rechts liegt nun einer der ersten Sandstrände der Region Corralejo. Ebenfalls auf der rechten Seite ist Lanzarote zu sehen, und eine kleine, fast unbewohnte Insel. Vor allem im Sommer ist die Straße Richtung Corralejo mit Sand zugeweht. Dies ist nun El Jable, ein etwa 20 km² großes Wüstengebiet, welches unter Naturschutz steht. Es gehört mit zum Terrain Playa de Corralejo.
Hier lohnt sich ein erster Ausflug in die Sanddünen. Bedingt durch Feuchtigkeit und Wind, ist die Sandoberfläche gehfest. Nicht unterschätzt werden sollte die Sonnenintensität. Obwohl fast immer eine leichte Brise vom Wasser weht, besteht im Gebiet der Sanddünen hohe Sonnenbrandgefahr. Wer eine Tour plant, so ist vor allem unbedingt Trinkwasser mitzunehmen.
Information am Rande: ab und zu sind verfallene Steinhäuser zu sehen, und die Frage, wer dort gewohnt haben mag, ist auch zu beantworten. Sie stammen aus der Zeit der Fremdenlegion. Bis Ende 1989 trainierte diese in den Sanddünen von Corralejo ihre Wüsteneinsätze. Es war seinerzeit verboten, nach Einbruch der Dunkelheit, sich in dieser Gegend aufzuhalten.
Die Strände sind ausnahmslos sauber, und das klare Wasser lädt zum Baden ein. Allerdings nur dort, wo keine Steine sind. Einige hundert Meter weiter erstreckt sich eine kleine Landzunge ins Wasser. Vor allem im Sommer, wenn der Passat konstant bläst, sieht man viele Windsurfer in Wellen von bis zu 4 Metern. Baden ist dann aufgrund der starken Strömung und Wellen unmöglich. Dafür lohnt sich das Ansehen der waghalsigen Windsurfer. Sinnigerweise heißt dieser Surftreffpunkt: Scherbenhaufen.
Wer hier ein Sonnenbad nehmen möchte, sollte sich um einen Windschutz kümmern. Spätestens ab Mittag fliegt einem der Sand um die Ohren.
Weiter Richtung Corralejo befindet sich eine kleine Schotterpiste, und man befindet sich in direkter Anfahrt zur äußersten Inselspitze. An Baden ist hier nicht zu denken. Aber man findet überall kleine Lavastrände, und mit direktem Blick auf Lanzarote und dem intensiven Wellenrauschen, gerät die Zeit in Vergessenheit.
Folgt man der Schotterpiste weiter Richtung Norden, stößt man auf ein kleines Aussteigerdorf, direkt an einem der Steinstrände. Von hier aus bietet sich ein atemberaubendes Bild auf den Atlantik, welcher sich, je nach Jahreszeit, wild und tobend präsentiert.
Es ist empfehlenswert, sich nicht der Fahrweise der Spanier anzuschließen. Auch sollten die Parkzeiten an den Stränden unbedingt beachtet werden. Die noch heute vorhandene Guardia Civil kennt kein Pardon bei Gesetzesverstößen, wie z. B. Falschparker oder Umweltverschmutzung.
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